Medien und Digitalität

2. Advent – Adventsklänge neu entdeckt – zwischen Tradition und Pop

Die zweite Kerze ist entzündet – und diese Woche wird es musikalisch mit „alten“ Liedern, die nichts von ihrer Aktualität verloren haben und neuen Liedern, die Kindern und Jugendlichen neue Zugänge ermöglichen. Von Matthias Och.

Adventsklänge neu entdeckt – zwischen Tradition und Pop

Es dudelt aus allen Kaufhauslautsprechern das „Gejingle“ der Weihnachtsmusik. Im Dezember kann man sich kaum noch retten vor Weihnachtslieder. Kaum sind die Weihnachtstage angebrochen, ist ab dem 27.12. nichts mehr davon im Radio zu hören. Kommerzialisierte Weihnachtslieder werden im Advent gespielt und unterdrücken jegliche Möglichkeit eines Adventsliedes. Und doch kann man auch Aspekte der Adventszeit in moderner Musik finden. Verschiedenste musikalische Adventskalender, wie auch beispielsweise die von Manfred Müller, geben Anlass mit moderner Musik einigen Gedanken nachzugehen.

Im Liedvergleich von alt und neu kann man sich mit modernem, aber auch traditionellem Liedgut, Themen des Advents auch in der Schule nähern. So erscheint mir der Liedvergleich eine geeignete Möglichkeit im Religionsunterricht genauer auf die Botschaft alter Adventslieder und deren Symbole oder Verbildlichungen in Liedern zu schauen. Die Videos, die Musik und die Texte mit Übersetzung sind im Internet schnell gefunden und so für den Unterricht für Schülerinnen und Schüler schnell zugänglich.

  1. Beispiel:

„Der Himmel reißt auf“ (Joel Brandenstein) und „Oh Heiland reiß die Himmel auf“ (Friedrich Spee)

Der aufgerissene Himmel als Symbol beider Lieder kann auch für Kinder und Jugendliche mögliche Erfahrungen und Befürchtungen zu diesem Bild eröffnen. Zum tieferen Verständnis des Textes können Schüler so vielleicht motiviert werden, sich einzelne Textzeilen genauer anzuschauen. Ein Foto eines Himmels, welcher wolkenverhangen ist, könnte dann im Anschluss von Schülern zerrissen und diese Symbolhandlung gedeutet werden. Wenn man möchte, kann man auch die Bibelstellen Jes 63,19b und Jes 45,8 zum Nachschlagen heranziehen. Die Schüler können sich fragen, wo es für sie gilt, etwas aufzureißen und Neues zu beginnen. Wo wünschen diese sich jemanden, der den Himmel aufreißt oder wo können sie selbst etwas dazu beitragen? Auch die Frage nach den Situationen, in denen die Texter der Lieder diese wohl geschrieben haben könnten, wäre eine Möglichkeit. Advent kann dann vielleicht auch für Schüler als die Möglichkeit von Abriss von schlechten alten Gewohnheiten oder dem Zerreißen unliebsamer Gedanken als Anlass genommen werden und Weihnachten als Neubeginn, als eine beginnende Hoffnungsbotschaft, die durch den dunklen Wolkenhimmel drängt.

Beispiel-Impulse und Textzeilen werden hier dargestellt.

 

  1. Beispiel:

„What are you waiting for“ (Nickelback) und „Im Advent im Advent“ (Rolf Krenzer)

Die Fragen: „Worauf warten wir eigentlich im Advent?“ oder „Für was sollen wir eigentlich bereit sein?” könnten die Unterrichtsstunde einleiten und mit dem Anhören der Lieder zuerst einmal das Warten allgemein als Thema ansprechen. Jede Schülerin, jeder Schüler kennt sicherlich die Situation, wenn er bzw. sie z.B. am Bahnhof oder beim Kieferorthopäde sitzt. Wie wäre die Wartezeit, wenn das Handy dummerweise nicht griffbereit wäre? Schließlich könnte man mit dem Auszug des Liedtextes von Nickelback und dessen Übersetzung genauer überlegen, worauf wir selbst manchmal warten bzw. wo wir etwas aufschieben und nicht beginnen. Schließlich könnte auch der Liedtext von Rolf Krenzer zum Nachdenken anregen, wie man sich „bereit machen“ kann und für was?

Mit dem Bild des Koffers als Symbol könnten Schülerinnen und Schüler können überlegen, was sie vorhaben und was für sie unbedingt ausgepackt gehört, aber auch worauf sie sich mit dem, was in ihrem Koffer steckt, bereitmachen wollen.

Bild: Och/Canva

 

  1. Beispiel:

„Armour“ (Ray Garvey) und „Macht hoch die Tür“ (Georg Weissel)

Im letzten Beispiel könnte im Liedvergleich das „Sich-öffnen“ als Symbolbild erschlossen werden. Nur wer keinen Panzer um sein Herz hat, wie es im Lied von Ray Garvey benannt wird oder im traditionellem Adventslied „die Tür des Herzens geöffnet wird”, kann man offen für sich, andere und Gott sein. Wenn wir uns offen und ganz ehrlich zeigen, sind wir freilich verletzlicher. Das könnten Schüler sicherlich auch durch Beispiele aus ihrem Umfeld nachvollziehen, wenn es z.B. um ausgenützte Freundschaften oder unechte Freunde geht. Trotzdem lohnt es sich ja vielleicht auch für die Schüler die Panzerung des Herzens abzulegen, auf andere zuzugehen und sich auch verletzlich und mit allen Schwächen zu zeigen, dann können sich Tore und Türen öffnen und die Freundlichkeit kann auch bei uns unter Menschen erscheinen.

Mit den Textzeilen und dem Bild der Türe oder auch dem Schutzpanzer ums Herz kann dieses Bild sicherlich auch anschaulich erschlossen werden.

Bild: Canva/Mack

Filmtipps aus dem RMZ für den 2. Advent:

Die heilige Lucia und der Lichterkranz

Aus der Serie »Bildkarten für unser Erzähltheater«

2019, 12 Bilder, ab 4 Jahre

Lucia braucht sich um nichts zu sorgen. Ihre Familie hat genug Geld und ist angesehen. Lucia glaubt an Jesus. Aber die Christen sind in dieser Zeit in Sizilien verboten und müssen sich verstecken. In der Nacht setzt sich Lucia einen Lichterkranz auf ihren Kopf und bringt den im Versteck lebenden Menschen heimlich etwas zu essen. Als ihre Mutter die junge Frau verheiraten will, wehrt sich Lucia: Ihr Leben will sie ganz dem Glauben und den Notleidenden widmen. Schließlich gibt die Mutter nach. Doch der auserwählte Bräutigam ist wütend und zeigt Lucia an … Die Legende der heiligen Lucia von Syrakus (4. Jh.), deren Namenstag mit vielen Licht-Bräuchen im Advent gefeiert wird.

 

Morgen kommt kein Weihnachtsmann

2018, 15 Min., ab 8 Jahre

Einer alleinerziehenden Mutter ist es finanziell nicht möglich, für ihre beiden Kinder zum Weihnachtsfest einen Weihnachtsmann zu engagieren. Luis bekommt bei einem Telefonat zufällig mit, dass die Mama unglücklich ist, weil kein Weihnachtsmann kommen wird. Er schließt daraus, dass sie noch an diesen glaubt. Um sie wieder glücklich zu machen, muss er mit seinem jüngeren Bruder Leo einen Weihnachtsmann für die Mama finden.

 

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